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Jan

Design heißt Gestalten – Das neue europäische Bauhaus

New European Bauhaus

Quelle: Europäische Union

Vor über hundert Jahren, nämlich im Jahr 1919, wurde das „Staatliche Bauhaus“ in Weimar gegründet und seine sozialutopischen Ideen wirkten weit über Design und Architektur hinaus – bis heute.

Ein „Labor der Moderne“ also, dessen Neuauflage die Europäische Union im vergangenen Jahr initiiert hat.

Wie erfolgreich dies sein wird, hängt von den Akteuren und ihren Verbündeten ab, die sich zum „New European Bauhaus“ zusammentun werden. Hier der Impuls zu einer neuen Bewegung, so wie ihn die EU formuliert:

Die Initiative „Neues Europäisches Bauhaus“ stellt die Verbindung zwischen dem europäischen Grünen Deal und unseren Lebensräumen her. Sie ist ein Aufruf an alle Europäer/innen, gemeinsam Vorstellungen von einer nachhaltigen und inklusiven, ästhetisch, intellektuell und emotional ansprechenden Zukunft zu entwickeln und zu realisieren.

Das neue Europäische Bauhaus ist eine im Entstehen begriffene interdisziplinäre kreative Bewegung – und Sie können sich daran beteiligen! 

  • Es ist eine Experimentier- und Vernetzungsplattform zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Denker/innen und Macher/innen, die unsere künftigen Formen des Zusammenlebens gestalten möchten.
  • Es ist eine Brücke zwischen zwei Welten: Wissenschaft und Technologie einerseits und Kunst und Kultur andererseits.
  • Es ist eine Aufforderung, eine neue Perspektive einzunehmen und unsere ökologischen und digitalen Herausforderungen als Chancen zur Veränderung unseres Lebens zum Besseren zu begreifen.
  • Es ist ein neuer Ansatz zum Aufspüren innovativer Lösungen für komplexe gesellschaftliche Probleme in einem partizipativen Prozess. Ziel der Initiative ist es, unser Denken, unsere Verhaltensmuster und unsere Märkte an neuen Lebens- und Bauweisen auszurichten, unter anderem durch Einwirkung auf das öffentliche Auftragswesen.

(Quelle: Europäische Union, https://europa.eu/new-european-bauhaus/about/about-initiative_de)

Interdisziplinär und partizipativ

Auf jeden Fall interessant und ermutigend zu sehen, dass Design in seinem interdisziplinären und partizipativen Prozess von der EU als maßgeblich angesehen wird, um die zentralen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen.

Neue Perspektiven einnehmen, Experimentieren, Denken und Machen, innovative Lösungen für komplexe Probleme – all das gilt ja nicht nur für den Business Kontext, sondern auch für die gesellschaftlichen Aufgaben, vor denen wir stehen. Partizipation und Teilhabe sind dabei wesentliche Faktoren, um dem, was wir aktuell als „Spaltung der Gesellschaft“ diskutieren, entgegenzuwirken.

Kompromissbildung ist in der Demokratie unerlässlich

So formulierte es auch Angela Merkel auf die Frage der Süddeutschen Zeitung, was ihr Sorgen mache, wenn sie an Deutschland denke: „Ich fürchte, dass wir bei der Kompromissbildung, die in der Demokratie unerlässlich ist, zunehmend Probleme bekommen.“

Dem Kompromiss voraus geht aber immer das Einnehmen unterschiedlicher Sichtweisen – befördert durch Offenheit und einen respektvollen Diskurs. Daher lohnt es sich ganz sicher, an die Historie der Bauhaus-Bewegung anzuknüpfen, um der Simplifizierung und Blasenbildung entgegenzuwirken und am Ende möglicherweise sogar neue Utopien unseres Zusammenlebens zu entwickeln.

 

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