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26
Nov

Service Design Drinks #16: Kollektive Service-Design-FuckUp-Night

Die Grundidee der Fuckup-Night stammt aus Mexiko und ist sozusagen der Gegentrend zu all den vermeintlichen Erfolgsstories. Der Gedanke der globalen Idee ist es, frei nach dem Motto #shithappens die Kunst des Scheiterns in den Mittelpunkt zu stellen. Und damit auch die Kunst des Wiederaufstehens. Berufliche Resilienz sozusagen, die nicht nur im Start-up-Bereich notwendig ist, sondern vor allem in etablierten Unternehmen, in denen das Durchhalten von falschen Entscheidungen und das Unterdrücken von kritischem Feedback in Zeiten schneller Veränderungen immer mehr zum Problem werden können.

Dem Erforschen mehr Raum geben

Andreas Fehr, Mitgründer der Innovationsberatung denkpionier und Lead Mobility Experience Designer bei der insertEFFECT GmbH, führt einleitend in den Abend, lädt zur Co-Creation ein und konzentriert sich hierbei auf die neuralgischen Stellen des Double Diamond Prozesses (als Modell für das Vorgehen im Service Design), die über Erfolg und Scheitern entscheiden können. Er vergleicht den Research mit dem Laufen lernen und ruft dazu auf, dem Erforschen mehr Raum zu geben. Neben dem Befragen von Kunden plädiert er vor allem für das Beobachten im realen Kontext und für das Selbst-Ausprobieren. So stellt sich im Lauf des Researchs immer wieder heraus, dass die ursprüngliche Fragestellung am eigentlichen Problem vorbeiging. Viel zu häufig bleibt es dann bei einer hypothetischen Betrachtung, die auf bloßen Annahmen beruht.

Damit spricht Andreas Fehr, das zeigt sich deutlich in der späteren Diskussion, den anwesenden Service Designern direkt aus dem Herzen. „Ohne das Betrachten des Problemraums aus verschiedenen Perspektiven ist es weder Service Design noch Design Thinking sondern eher irgendetwas“, so Fehr.

Nur Daten sind zu wenig

Die Frage, die er in den Raum stellt, ist aber auch: Welche Rolle spielt die Empathie? Die Gefühle? Denn Daten alleine helfen nicht weiter, die Nutzer müssen integriert werden, das Feedback wird gebraucht, um eine höhere Iterationsgeschwindigkeit zu erreichen, Akzeptanz und Fürsprecher zu gewinnen. Ein nicht unerheblicher Faktor in unserer heutigen Selbstdarstellungskultur à la Instagram und Co. Ideen alleine machen kein Service Design, das wurde im Lauf des Abends schnell klar. Es geht darum, in die Problemstellung einzutauchen. Oder in den Raum der Möglichkeiten, wie sich aus der Diskussion im Publikum als positive Formulierung entwickelt.

Andreas Fehr gibt sich alle Mühe, sein Publikum aus der Reserve zu locken. Schließlich geht es bei einer klassischen Fuckup-Night ans Eingemachte, ans Persönliche und oft auch ans Private. In Nürnberg ist man da ein bisschen vorsichtiger, man kennt sich in der Frankenmetropole und bleibt im Großen und Ganzen lieber dabei, dass das Scheitern etwas Wichtiges sei, das einen voranbringt. Nicht nur das eigene Scheitern, sondern – und vielleicht auch lieber – das der anderen.

 

Die nächsten Service Design Drinks #17 in Nürnberg finden am  2019 statt.

 

Eindrücke der Service Design Drinks Nürnberg #16

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